Drucken

Die Absicherung meiner Gartenmauer war der aufwändigste Bauabschnitt. Dies lag daran, daß Teile benötigt wurden, die extra angefertigt werden mussten, weil es sie weder im Baumarkt noch im Internet gibt. Die Edelstahlwinkel hatten wegen der Ziegelkrone eine spezielle Form.

Haltewinkel aus Edelstahl

 

 

 

 

Die Isolatoren werden auf Haltewinkeln festgeschraubt, die an der Mauer angedübelt sind. Winkel aus Baustahl rosten durch Witterungseinflüße. Ich habe mich deshalb für Winkel aus Edelstahl A2 entschieden. Diese müssen eine spezielle Doppelbiegung haben, weil die "Mönch-Nonne"-Abdeckziegel der Mauer etwa 3  cm hervorstehen. Im Baumarkt oder Internet kann man solche Winkel nicht bekommen. Sie sollten bei einem Schlosser angefertigt werden.

Die Bohrungen (rote strichlierte Linie) haben jeweils einen Durchmesser von 6,5mm. Als Basismaterial kam Bandstahl 20x4mm zum Einsatz. Die Winkel sind ausgesprochen massiv, ein dünneres Material (15x3mm) ist sicher auch ausreichend.

Ich hatte Glück, dass mein Sohn die Winkel anfertigen konnte (er ist Industriemechaniker), deshalb fiel nur der Materialpreis (70 €) an. In der Materialliste für Euch habe ich einen Winkel mit 20 € angesetzt. Ich kann Euch leider nicht sagen, ob dies realistisch ist.

Da meine Gartenmauer weiß gestrichen ist, habe ich die Vorderseite der Winkel mit weißer Sprühfarbe lackiert. Das hat nur optische Gründe, denn einen Rostschutz braucht Edelstahl nicht. Die Winkel sind aus einer Entfernung von 4m kaum noch zu entdecken.

Montage der Isolatoren an die Haltewinkel

Als Isolatoren kommen Aufschlag-/Ersatzisolatoren zur Anwendung, welche mit M6-Maschinenschrauben am Winkel befestigt werden. Da Edelstahlbearbeitung ziemlich schweißtreibend ist, habe ich auf Gewinde in den Bohrungen verzichtet und verwende Muttern. Die Einzelteile sind wie folgt, zu montieren:

 

 

 

 

Einzelteile für den Zusammenbau.

Schrauben M6x40mm, Fächerscheiben M6, Unterlegscheiben M6 und Muttern M6 sind aus Edelstahl A2 und damit genau wie der Winkel rostgeschützt.

 

 

 

 

 

 

Die fertig montierten Isolatoren am Winkel.

Der untere Isolator und der Isolator rechts oben tragen später die Hochspannungslitze, während der mittlere Isolator eine Erdungslitze erhält.

Montage der Haltewinkel an der Mauer

 

 

 

 

 

Die vormontierten Winkel werden an der Gartenmauer mit Dübeln S8 und passenden verzinkten Schrauben (Sechskantkopf, dann kann man Ratsche verwenden) und Beilagscheiben befestigt. Zuerst den Anfangs- und Endwinkel setzen, dann eine Richtschnur zwischen den Winkeln spannen. Die anderen Winkel können dann ganz einfach über die Schnur ausgerichtet werden.

Die Abstände zwischen den Winkeln betragen etwa 90cm, im Raster der "Mönch-/Nonne"-Ziegel. Abstände bis 150cm sind auch zu realisieren, ohne dass die Weidezaunlitze stark durchhängt.

Befestigen der Weidezaunlitze

 

 

 

 

 

Jeder Winkel trägt drei Weidezaunlitzen: 2x Hochspannung, 1x Erdung. Die Hochspannungsleitung muss also am letzten Winkel umgelenkt werden. Damit die Litze keinen Kurzschluß zum Winkel oder Zur Erdlitze erzeugt, habe ich den kurzen Umlenkweg mit einem Isolatorröhrchen abgedeckt. Das gibt es bei www.weidezaun.info oder man schneidet sich ein Stück von einem alten Isolierpfahl ab.

 

Bild Isolatorröhrchen

Elektrischer Anschluß

Der elektrische Anschluß erfolgt durch Schlaufenbildung am Winkelende und Verschrauben mit einem Litzenverbinder. Die Kabel für Hochspannung und Erde werden über die Schraube des Verbinders angeschlossen.

Verbesserungen

Nach der ersten Inbetriebnahme lief die elektrische Absicherung hervorragend - bis der erste Regen kam. Es stellte sich heraus, dass die Isolatoren die Weidezaunlitze mit einem Anstand von etwa 5mm über dem Winkel hielten. Das sorgte bei feuchter Witterung für farbenfrohe Überschläge und sicher auch Panik bei einigen Passanten.

Da die Schraube M6x40 lang genug war, half das Einlegen einer Kunststoffscheibe D 20,0 x 5 mm. Diese ist oben in der Materialliste bereits aufgeführt. Eingebaut wird die Scheibe zwischen Isolator und Winkel:

Bild Iso-Scheibe

 

Eckführung der Weidezaunlitze

 

 

 

Am Ende der Gartenmauer schliesst sich eine niedrigere Mauer direkt an, welche ebenfalls abgesichert werden mußte. Unser Sohn baute uns ein paar spezielle, verlängerte Winkel, welche eine Eckführung der Weidezaunlitze und eine Zaunerhöhung bewirken.

Die Weidezaunlitze zur Zaunerhöhung ist an die Erdung angeschlossen und kann deshalb auch ohne Isolatoren direkt durch die Winkel gefädelt werden.

 

 

 

 

 

 

Blick von oben auf die Eckführung. Die Litze im Vordergrund führt Hochspannung. Die weiter hinten liegende Litze ist für die Erdung zuständig.

 

Die abgesicherte Gartenmauer

Eine Gartenmauer ist innerhalb weniger Stunden abzusichern, wenn man die speziellen Winkel hat. Diese sind die teuerste Komponente, da sie vom Schloßer in Handarbeit erstellt werden müssen. Im Internet gibt es seriengefertigte Kunststoffwinkel, die aber aus meiner Sicht unbezahlbar sind:

Pet Zet Winkel für 19,90 €/Stück plus Zubehör

Hier müsst Ihr kreativ sein, wenn Ihr Euer eigenes Projekt plant. Und immer erst mal rumfragen, manchmal kann ein Freund oder Bekannter die Winkel herstellen!