Mit dem Aufstellen des Elektro-Katzenzaunes ist es noch nicht getan. Für einen sicheren Betrieb sind laufend Überprüfungen und Reparaturen erforderlich.

Diese Wartung ist nicht sehr zeitaufwändig, fordert aber eine gewisse Disziplin. Es gibt auch eine Rechtsgrundlage: der Gesetzgeber verpflichtet Betreiber von Weidezäunen zu einer laufenden Überprüfung. Folgende Schritte sind aus meiner Sicht notwendig:

Sichtprüfung auf Unversehrtheit des Zaunes (täglich)

Bevor man morgens die Katzen in das Freigehege entlässt, sollte man einen Rundgang machen und sicherstellen, dass

  1. alle Zauneinheiten (Maschendraht-, Katzenzaun, Mauer und evtl. Elektronetz) unebschädigt sind und keinen Durchschlupf ermöglichen
  2. der Zaun Spannung führt (tägliche Prüfung wäre gut!)
  3. die Warnschilder für den Elektrozaun noch vorhanden sind

Bewuchs kontrollieren und zurückschneiden (wöchentlich)

Ein Elektro-Katzenzaun hat nur dann maximale Wirkung, wenn keine Äste oder Blätter Kontakt zu stromführenden Teilen haben. Pflanzenteile enthalten Wasser und leiten Spannung. Berühren Blätter das Netz/die Litze, wird Spannung über die Pflanze in den Boden abgeleitet und der Zaun verliert an Wirksamkeit. Mit einem starken Generator lässt sich dieser Effekt zwar etwas ausgleichen, ein starker Generator ist aber gleichzeitig gefährlich für unsere Lieblinge!

Deshalb sollte wöchentlich überprüft werden, ob Pflanzen die stromführenden Teile berühren. Bei Bedarf großzügig zurückschneiden: 10cm Abstand sollten mindestens eingehalten werden. Da Wind oder Sturm die Pflanzen bewegt, lieber etwas mehr Abstand. Es bietet sich an, diese Kontrolle beim wöchentlichen Rasenmähen durchzuführen.

Verkabelung überprüfen (monatlich)

Monatlich sollte man der Verkabelung sein Augenmerk schenken:

  1. Ist das Erdkabel noch mit dem Erdpfahl verbunden (lockere Schrauben, Korrosion)?
  2. Ist die Hochspannungsleitung noch mit Generator und Elektronetz/Weidezaunlitze verbunden?
  3. Sind die Isolatoren festgeschraubt und nicht mürbe?
  4. Ist die Weidezaunlitze gut gespannt und liegt sie sauber in den Isolatoren?
  5. Sind Kontaktstellen korrodiert oder Anschlußösen der Kabel abgerostet?
  6. Wurde bei Gartenarbeiten das unterirdische Erdungs-/Hochspannungskabel verletzt (soweit vorhanden)?

Witterungseinflüsse sind der größte Feind des Elektro-Katzenzaunes. Aber auch Passanten, die es lustig finden nachts den Hochspannungsanschluß vom Zaun zu nehmen, sind eine Gefahr (soweit sie das Grundstück betreten können).

Zaunspannung messen (wöchentlich)

 

Sind die Sichtprüfungen erfolgreich durchgeführt, muss man trotzdem noch überprüfen, ob der Zaun Hochspannung führt. Es könnte ja der Generator defekt sein oder der 220V-Stromkreis eine defekte Sicherung haben. Wer nicht wöchentlich selbst an das Netz fassen will, um festzustellen ob man elektrisiert wird, der sollte sich einen Zaunspannungsprüfer zulegen. Einfachere Varianten sind für unter 10 EUR zu haben (Link zum Hersteller).

Das Kabelende mit dem Kupferrohr wird ins Erdreich gesteckt, dann hält man die Metallklammer (oben am Gehäuse) an eine Spannung führende Litze des Elektronetzes. Die im Gerät eingebauten Glimmlampen zeigen das Vorhandensein der Hochspannung an. Ein einwandfrei funktionierendes Elektronetz sollte 10.000 V haben.

Die Hochspannung liegt nicht permanent an, sondern es werden pro Sekunde etwa 2 Impulse erzeugt. Der Prüfer zeigt die Spannung also nur zweimal pro Sekunde an. Die Hochspannung verursacht ausserdem ein Überschlagsgeräusch im Meßgerät. Dies ist normal und unterstützt die Prüfung akustisch.

Fazit

Wenn Ihr diese Schritte beachtet, werdet Ihr langfristigen Schutz für Eure Katzen erzielen. Denkt immer daran, dass eine Katze nur ein einziges Mal entwischen muss, um Opfer eines Verkehrsunfalles, Katzenhassers oder Jägers zu werden!