Um das Gewächshaus der Gärtnerei gegen das Heraufspringen der Katzen zu sichern, habe ich mich für einen unauffälligen Katzenzaun von 150cm Höhe entschieden. Er besteht aus einem zwischen Zaunpfosten gespannten Katzennetz mit einer elektrischen Weidezaun-Absicherung am oberen Ende.

Steckpfosten im Erdreich sind keine stabile und dauerhafte Lösung. Aus diesem Grund kommen normale Zaunpfosten eines Maschendrahtzauns zur Anwendung. Statt des Maschendrahtes wird an den waagrechten Spanndrähten ein Kunststoff-Katzennetz befestigt, das reissfest und unauffällig ist. Das Netz endet etwa 10cm über dem Boden, um das Rasenmähen zu vereinfachen. Die Katzen können das Netz nicht hinterkriechen, weil es direkt am Gewächshaus anliegt und mit dem Spanndraht straff gespannt ist. Der Katzenzaun ist etwa 5m lang und wird elektrisch mit der Weidezaunlitze des daneben stehenden Maschendrahtzaun (6m) verbunden.

Planung

Auf 5m Zaunlänge sollen 4 Pfosten zum Einsatz kommen (etwa 165cm Abstand). Anfangs- und Endpfosten benötigen eine Strebe, welche den Zug der waagrechten Spanndrähte abfängt. Da ich nicht gerne grabe und betoniere, sollte die Strebe des Anfangs-/Endpfostens im Loch des nächsten Zaunpfostens enden. Bei 165cm Abstand und 2m langen Streben, geht das sehr gut:

Die 2m langen Zaunpfosten (Nr. 61302 0) werden etwa 50cm tief in einem Betonsockel befestigt. Für den Beton B25 wird Fertigware aus dem Baumarkt verwendet. Für 4 Pfosten habe ich etwas weniger als 4 Sack je 40kg benötigt. Anmischen kann man ihn mit einer Schaufel in der Mörtelwanne.

Setzen der Zaunpfosten und Streben

Für die Pfosten wird mit dem "Handbagger" (Nr. 44899) ein etwa 55cm tiefes Loch mit einem Durchmesser von 15-20cm gegraben. Dies ist ausreichend für die Befestigung und man braucht nicht so viel Beton. Mit einer normalen Schaufeln geht das Lochgraben gar nicht, es fällt immer wieder Material von der Seitenwand ins Loch. Alternativ kann man einen Erdbohrer (Nr. 44893) verwenden. Vielleicht könnt Ihr wie ich dieses Werkzeug leihen, der Kauf ist zu teuer.

Eine Befestigung mit Schlaghülsen scheidet für mich generell aus, weil die Pfosten niemals gerade werden und auch keinen Zug aushalten. Betonieren ist billiger und haltbarer.

 

 

 

Der Beton ist erdfeucht anzusetzen, also nur ganz wenig Wasser verwenden, der Beton ist noch krümelig. Wenn man mit der Schaufel über den Beton streicht, darf er nicht glatt aussehen, sondern porig. Nur in dieser Konsistenz kann man Pfosten setzen, welche sich sauber ausrichten lassen und während der Trocknungszeit nicht gestützt werden müssen.

 

 

 

 

Begonnen wir mit Anfangs- und Endpfahl. Dann wird eine Richtschnur zwischen diesen Pfosten gespannt, an welcher die restlichen Pfosten ausgerichtet werden.

Eine 5cm hohe Betonschicht als Basis ins Loch geben, mit einem Holzklotz leicht anklopfen und dann den Metallpfosten mittig ins Loch stellen. Eine zweite Person hält den Pfosten fest, während ich ihn mit der Wasserwaage senkrecht ausrichte.

 

 

 

 

 

Vor dem Betonieren sollte man an einem Endpfahl das Hochspannungskabel mit einem Leerrohr herausführen. Es wird dann beim Betonieren am Pfosten fixiert.

 

Mit einer kleinen Gartenschaufel wird jetzt Beton rund um den Pfahl ins Loch geschüttet. Immer nur eine Lage von etwa 10cm einfüllen und dann festkopfen. Dabei immer wieder mit der Wasserwaage nachmessen und den Pfosten korrigieren. Ich betoniere nicht bis zur Rasenoberkante, weil ich später gerne Gras über dem Beton hätte.

Also etwa 5cm unterhalb des Rasens mit dem Betonieren aufhören. Die oberste Schicht vom Pfahl weg nach außen abfallend verstreichen (damit sich der Regen nicht am Pfosten staut) und dann mit einem feuchten Pinsel sauber glätten.

Die Streben der Außenpfosten werden mit der angebauten Schelle am Pfahl lose befestigt und ins gegrabene Loch des nächsten Pfostens mit eingeführt. Die schräge Strebe darf nicht mit dem Pfosten des nächsten Lochs kollidieren. Also erst mal ausprobieren, bevor der Beton rein kommt.

Nach dem Setzen der Pfähle und Streben muss der Beton abbinden, empfehlenswert sind etwa 3 Tage!

Spanndrähte ziehen

Jetzt können die drei waagrechten Spanndrähte angebracht werden (wenn der Zaun höher werden soll: alle 50cm einen Spanndraht vorsehen). Als Spanndraht sollte man die kunststoffummantelte, stärkere Version mit 3,4mm Durchmesser verwenden (Baumarkt). Zusätzlich benötigt man pro Spanndraht einen Spanndrahtspanner (Nr. 61100 2).

Man schneidet ein etwa 1m langes Stück Draht ab, und befestigt es als Schlaufe durch Verdrillen im Loch des Spannstabhalters. Das andere Ende verdrillt man an der Öse des Spanndrahtspanners. Jetzt wird der Spanndraht (noch auf der Rolle) am anderen Zaunende befestigt und sauber abgerollt. Mit 20cm Überstand beim Spanner abschneiden, durch die Mittelrolle des Spanners stecken und umbiegen. Mit einem Gabelschlüssel wird der Spanner angezogen. Wenn man den Spanndraht bei der Montage sauber geglättet hat, reicht meist eine 3/4 Umdrehung, bis der Draht straff wird. Das Ergebnis ist ein hart gespannter, kerzengerader Spanndraht. Das Verdrillen lässt sich am besten mit einer Kombizange vornehmen.

Die Spanndrähte sollten in den am Pfahl angeschraubten Spanndrahthaltern eingeklinkt werden. Bei den Mittelpfosten habe ich den Spanndraht einmal um den Pfosten gewickelt, in die Nut eingelegt und dann erst zum nächsten Pfosten weitergezogen. Dies gibt eine sehr stabile Verbindung. Eine zweite Person ist hilfreich, sie kann den Draht bei der Montage leicht unter Zug halten.

Katzennetz anbringen

Am Anfang des Katzennetzes wird ein Spannstab ins Netz eingeflochten und dieser anschliessend in den Ösenschrauben am Zaunpfosten besfetigt. Das Netz wird jetzt in seiner ganzen Länge waagrecht bis zum Endpfosten gezogen. Man kann es provisorisch mit Wäscheklammern auf dem obersten Spanndraht befestigen! Eine zweite Person ist sehr hilfreich.

Das Katzennetz wird mit einem etwa 1cm breiten Saum über den obersten Spanndraht geklappt und alle 10cm mit einem schwarzen Kabelbinder befestigt - dabei immer in waagrechter Richtung straff halten. Wenn man am anderen Zaunende angekommen ist, muss der Spannstab durch das Netz geflochten und am Zaunpfosten in den Ösenschrauben/Schellen eingehängt werden. Das sollte man erst am Schluss machen, wenn man sieht, wie das Netz gestrafft werden muß.

Anschliessend wird das Netz um den untersten Spanndraht geklappt (Netz dabei straffen!) und auch dort mit Kabelbindern befestigt.

Das Netz wird jetzt sauber ausgerichtet. Jetzt kann es mit Kabelbindern am mittleren Spanndraht festgemacht werden.

Isolatoren und Isolatorhalter

Wie in den Grundlagen erwähnt, benötigt man bei Katzen zwei parallele Weidezaunlitzen im Abstand von etwa 5cm (Masse und Hochspannung). Einen fertigen Isolator dafür gibt es nicht. Aber durch Kombination zweier Standardisolatoren kann das gewünschte Teil selbst hergestellt werden. Der Ringisolator (Nr. 44327) hat ein Gewinde M6x36, auf welches sich ein Aufschlagisolator (Nr. 33801) aufschieben und verschrauben lässt. Die gesamte Einheit wird dann an einer Rohrschelle (Nr. 44335) mit angeschweißter M6-Mutter befestigt.

 

 

 

 

Der Isolator ist genau wie der Isolator beim Maschendrahtzaun aufgebaut. Im Ring des äusseren Isolators liegt später die Hochspannungslitze. In der Nut des inneren Isolators wird die Erdungslitze geführt.

 

 

 

 

 

Der Isolator wird in die angeschweisste Mutter der Schelle eingeschraubt und mit der Kontermutter festgezogen.

 

Der fertige Katzenzaun

 

 

 

 

Der fertige Katzenzaun am Gewächshaus.

Man sieht ihn kaum. Vom Katzenzaun nach rechts wegführend ist im Hintergrund der nachträglich elektrifizierte und erhöhte Maschendrahtzaun zu erkennen (Bauabschnitt 1). Elektrisch sind beide Zäune verbunden, um Anschlußkabel zu sparen.

Die Elektrifizierung wird im Folgebeitrag beschrieben.