Mit dem Aufstellen des Elektronetzes ist es noch nicht getan. Für einen sicheren Betrieb sind laufend Überprüfungen und Korrekturen erforderlich.

Diese Wartung ist nicht sehr zeitaufwändig, fordert aber eine gewisse Disziplin. Es gibt auch eine Rechtsgrundlage: der Gesetzgeber verpflichtet Betreiber von Elektrozäunen zu einer laufenden Überprüfung. Folgende Schritte sind aus meiner Sicht notwendig:

Sichtprüfung auf Unversehrtheit des Zaunes (täglich)

Bevor man morgens die Katzen in das Freigehege entlässt, sollte man einen Rundgang machen und sicherstellen, dass

  • Alle Zaunpfosten fest in der Erde stecken
  • Die Netzunterkante sauber am Boden aufliegt und mit Heringen gesichert ist
  • Der Zaun völlig frei steht und keine anderen Bauteile, Büsche oder Bäume berührt
  • Das Elektronetz keine Risse oder Löcher hat
  • der Zaun Spannung führt (tägliche Prüfung wäre gut!)
  • die Warnschilder für den Elektrozaun noch vorhanden sind

Bewuchs kontrollieren und zurückschneiden (wöchentlich)

Ein Elektronetz hat nur dann maximale Wirkung, wenn keine Äste oder Blätter Kontakt zum Netz haben. Pflanzenteile enthalten Wasser und leiten Spannung. Berühren Blätter das Netz, wird Spannung über den Busch abgeleitet und der Zaun verliert an Wirksamkeit. Mit einem starken Generator lässt sich dieser Effekt zwar etwas ausgleichen, ein starker Generator ist aber gleichzeitig gefährlich für unsere Lieblinge!

Deshalb sollte wöchentlich überprüft werden, ob Pflanzen das Netz berühren. Bei Bedarf großzügig zurückschneiden: 10cm Abstand sollten mindestens eingehalten werden. Da Wind oder Sturm die Pflanzen bewegt, müssen diese ausreichend weit entfernt sein. Es bietet sich an, diese Kontrolle beim wöchentlichen Rasenmähen durchzuführen.

Verkabelung überprüfen (monatlich)

Monatlich sollte man der Verkabelung sein Augenmerk schenken:

  • Ist das Erdkabel noch mit dem Erdpfahl verbunden?
  • Ist die Hochspannungsleitung noch mit Generator und Elektronetz verbunden?
  • Sind Kontaktstellen korrodiert oder Anschlußösen der Kabel abgerostet?
  • Wurde bei Gartenarbeiten das unterirdische Erdungs-/Hochspannungskabel verletzt (soweit vorhanden)?

Witterungseinflüsse sind der größte Feind des Elektronetzes. Aber auch Passanten, die es lustig finden nachts den Hochspannungsanschluß vom Zaun zu nehmen, sind eine Gefahr (soweit sie das Grundstück betreten können).

Zaunspannung messen (wöchentlich)

 

Sind die Sichtprüfungen erfolgreich durchgeführt, muss man trotzdem noch überprüfen, ob der Zaun Hochspannung führt. Es könnte ja der Generator defekt sein oder der 220V-Stromkreis eine defekte Sicherung haben. Wer nicht wöchentlich selbst an das Netz fassen will, um festzustellen ob man elektrisiert wird, der sollte sich einen Zaunspannungsprüfer zulegen. Einfachere Varianten sind für unter 10 EUR zu haben (Link zum Hersteller).

Das Kabelende mit dem Kupferrohr wird ins Erdreich gesteckt, dann hält man die Metallklammer (oben am Gehäuse) an eine Spannung führende Litze des Elektronetzes. Die im Gerät eingebauten Glimmlampen zeigen das Vorhandensein der Hochspannung an. Ein einwandfrei funktionierendes Elektronetz sollte 10.000 V haben.

Die Hochspannung liegt nicht permanent an, sondern es werden pro Sekunde etwa 2 Impulse erzeugt. Der Prüfer zeigt die Spannung also nur zweimal pro Sekunde an. Die Hochspannung verursacht ausserdem ein Überschlagsgeräusch im Meßgerät. Dies ist normal und unterstützt die Prüfung akustisch.

Fazit

Wenn Ihr diese Schritte beachtet, werdet Ihr langfristigen Schutz für Eure Katzen erzielen. Denkt immer daran, dass eine Katze nur ein einziges Mal entwischen muss, um Opfer eines Verkehrsunfalles oder Jägers zu werden!