Näheres zu den Erfahrungen unserer Katzen mit dem Elektronetz

Unsere Kater haben das Aufstellen des Elektronetzes durch die Wohnzimmerfenster mit großem Interesse verfolgt. Als die Einzäung fertig war, durften sie den Garten betreten und sind sofort in Richtung des Elektronetzes geschlichen.

Wir haben den "Erstkontakt" mit bangem Herzen verfolgt und unsere Kater immer wieder mit einem lauten "Nein!" gewarnt, wenn sich ihr Näschen dem Zaun näherte. Aber vergebens: wenn etwas verboten ist, versuchen unsere Kater es erst recht! Indy kam als erster mit der Nase an den Zaun, erhielt einen Schlag, sprang hoch und rannte maunzend mit gesträubtem Fell ins Haus. Da hat er erst mal eine Viertelstunde gesessen, bevor er sich wieder heraus traute. Es gab uns einen Stich im Herzen, als wir unseren Kater elektrisiert sahen. Aber immer daran denken: lieber ein paar Schläge vom Elektrozaun, als vom Auto überfahren oder von einem Katzenhasser getreten zu werden!

Beim zweiten Mal war Indy wesentlich vorsichtiger, wenn er sich dem Zaun näherte. Aber er hat es noch zwei-, dreimal versucht und einen Schlag bekommen, bevor er begriff, dass das Elektronetz Schmerzen bedeutet. Auch die anderen Kater mussten dieselben Erfahrungen machen, bis sie das Netz respektierten.

Anfangs hatten wir das gesamte Elektronetz unter Spannung (von der untersten bis zur obersten Litze). Wenn die Kater intensiv fangen spielten oder einem Insekt nachjagten, haben sie manches Mal zu spät gebremst und sind vom Zaun elektrisiert worden. Wir haben daraufhin die untere Hälftes des Zaunes stromlos gemacht, so dass die erste stromführende Litze erst in einer Höhe von etwa 50cm war. Indy (unser schlauester) hat herausgefunden, dass von der unteren Hälfte keine Gefahr droht und ist durch die nur etwa 6cm weiten Maschen geschlüpft. Darauf hin wurde wieder das komplette Netz unter Spannung gesetzt.

Zusätzlich haben sie Ausbruchsmöglichkeiten entdeckt, die wir nach und nach beseitigt haben:

  1. Hinter dem Elektronetz stand ein Brennholzstapel gleicher Höhe (etwa 120cm). Die Kater sind auf den Holzstapel gesprungen und haben dadurch das direkt davorstehende Elektronetz überwunden. Deshalb haben wir provisorisch überhalb des Elektronetzes ein (nicht elektrifiziertes) Vogelschutznetz (7 EUR, aus dem Baumarkt) gespannt. Langfristig werden wir den Holzstapel woanders aufstellen.
  2. Oder sie sind über einen unserer Bäume auf das Dach der Gartenhütte geklettert und von dort aus über die Gartenmauer entkommen. Wir haben unseren Bäumen deshalb einen Baumschutzkragen verpasst.

Wir haben niemals erlebt, dass die Katzen im freien Sprung über das 112cm hohe Elektronetz gesprungen sind, wenn hinter dem Netz freier Rasen war. Eine Katze benötigt anscheinend einen höher liegenden Landepunkt hinter dem Elektronetz. Also sollten alle Hindernisse hinter dem Netz beseitigt werden!

Alle Kater scheinen die Hochspannung des Elektronetzes zu fühlen und halten Abstand. Außer den geschilderten ersten Versuchen, gab es keine weiteren Elektrisierungen unserer Kater. Es hört sich sicher grausam an, wenn man wissentlich seine Katzen einem Elektronetz aussetzt. Uns war der Schutz beim Freigang wichtiger.

Ich habe selbst einige Male Kontakt mit dem Elektronetz gehabt. Bevor ich meine Kater dem Strom aussetzte, habe ich selbst erst einmal getestet. Ich trug Hausschuhe mit Gummisohlen und die Berührung "kitztelte" nur etwas. Ich habe mich dann barfuß ins Gras gestellt und den Zaun nochmals berührt. Es hat wirklich weh getan! In den folgenden Wochen habe ich bei Gartenarbeiten mehrmals Kontakt mit Strom gehabt - es ist und bleibt unangenehm!

Fazit

Bei uns hat sich das Elektronetz als höchst wirksamer Schutz für unsere Kater bewährt. In den zwei Monaten des Betriebs sind die Katzen kein einziges Mal über den Zaun geklettert. Da uns das Elektronetz beim Rasenmähen behinderte (Zaun abbauen, Gras schneiden, Zaun wieder aufbauen), haben wir uns für die dauerhafte Lösung mit einem echten elektrischen Katzenzaun entschieden und das Elektronetz im Zuge des Baufortschritts stückweise abgebaut.

Für einen kleinen Garten oder Gärten, bei denen die Baubehörde/Hausgemeinschaft keinen Maschendrahtzaun erlaubt, ist das Elektronetz die erste Wahl. Im Sinne des Gesetzgebers zählt ein Elektronetz als mobile Hüteanlage und bedarf keiner Baugenehmigung. Bitte prüft dies in Eurem jeweiligen Fall selbst nach, da diese Vorschrift vielleicht nur in Bayern gilt.

Das Elektronetz kann innerhalb weniger Stunden aufgestellt und betriebsbereit gemacht werden. Als schnelle Maßnahme zur Freigangbegrenzung ist es deshalb bestens geeignet.