Anleitung zum Verkabeln des Elektronetzes und Inbetriebnahme.

Hochspannung und gebotene Sorgfalt

Bei der Verkabelung der Komponenten sollte man nicht unter Zeitdruck vorgehen und wegen der erzeugten Hochspannung keine Bastel-Kompromisse eingehen. Fehlen geeignete Hochspannungskabel, dann bitte keine normalen 220Volt-Kabel verwenden, sondern nachbestellen und warten bis die Ware eintrifft. Eine kleine Checkliste, was zu beachten ist:

  • Weidezaungerät und Blitzschutz an einer vor Regen geschützen Stelle anbringen oder Wetterschutzgehäuse verwenden
  • 220V-Anschluß nur per Stecker/Steckdose vornehmen, nicht selbst verkabeln (im Zweifel Elektriker anheuern)
  • Hochspannungs-/Erdkabel sollten fest angebrachte Kabelösen haben (keine losen, verdrillten Drähte verwenden)
  • Schraubverbindungen fest anziehen und nochmals überprüfen
  • Der Erdungspfahl sollte in feuchtem Erdboden eingeschlagen werden - also nicht regengeschützt!
  • Verkabelung genau nach Plan durchführen und nochmals überprüfen, bevor eingeschaltet wird
  • Hinweisschilder gut sichtbar anbringen, um Passanten zu schützen (gesetzliche Vorschrift)

Wenn Ihr bei elektrischen Arbeiten unerfahren seid, lasst Euch bitte helfen, zur Not vom Elektriker. Die Anschlussarbeiten dauern etwa 1 bis 2 Stunden, das ist auch beim Elektriker bezahlbar.

Bitte beachten: Ich übernehme für die hier veröffentlichten Anleitungen keinerlei Gewährleistung auf Richtigkeit. Arbeiten, welche Ihr durchführt, geschehen auf eigene Gefahr!

Einschlagen des Erdpfahls

Der verzinkte Erdungspfahl ist mit einem Hammer (je schwerer, desto besser: 2 kg Gewicht) an einer Stelle in der Nähe des Weidezaungeräts im Rasen einzuschlagen. Die gewählte Stelle sollte nicht regengeschützt sein, weil der Erdungspfahl den Strom am besten in feuchte Erde ableitet. Die letzen 10 cm mit der Anschlußschraube sollten noch aus der Erde heraussehen. Der Erdungspfahl sollte deshalb nicht mitten in der Wiese eingeschlagen werden, sondern an einer Stelle, die beim Rasenmähen nicht stört und an der sich Mensch und Tier nicht durch Darüberstolpern verletzen können. Nach dem Einschlagen kann man den Pfahlkopf mit etwas Rostschutzfarbe bestreichen, weil die Verzinkung durch den Hammer beschädigt wird (aber nicht die Kontaktschraube streichen!).

Montage von Weidezaungerät und Blitzschutz

Weidezaungerät und Blitzschutz sollten an einer witterungsgeschützen Stelle montiert werden. Bitte beachtet, dass Ihr die Geräte nicht auf einer feuergefährlichen Stelle (Holzverkleidung) montiert. Ich habe beide Komponenten erst mal auf einer Spanplatte montiert, bis der endgültige Montageplatz fertiggestellt ist.

Hat man keine wettergeschützte Stelle, so kann man auch ein Kunststoffgehäuse aus dem Baumarkt verwenden, in welches die beiden Geräte eingebaut werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Hochspannungsanschlüsse möglichst weit weg von Gehäusewänden oder eingebauten Stahlschienen sitzen, sonst kann ein Überschlag erfolgen. Der 220Volt-Anschluss muss mindestens 10cm von den Hochspannungsanschlüssen entfernt sein! Das Weidezaungerät selbst ist natürlich den Vorschriften entsprechend gebaut. Lediglich die beiden Anschlußschrauben für Erde und Hochspannung bilden eine Gefahr.

Verkabelungsplan der Komponenten

Nach diesen Vorarbeiten können die Komponenten verkabelt werden. Bitte sicherstellen, dass das Weidezaungerät nicht angesteckt ist, sonst wird es schmerzhaft! Das Elektronetz ist nach folgendem Plan zu verkabeln:

Funktionsweise Elektronetz

Das Elektronetz ist vom Hersteller so verkabelt, dass ALLE waagrechten Litzen Hochspannung führen (rot). Die waagrechten Litzen sind am Anfangspfahl herausgeführt und laufen als verdrillter Zopf nach oben bis zur höchsten Litze. Legt man an das Netz Spannung, dann können die Katzen bereits ab der zweiten Litze einen Schlag erhalten. Lediglich die unterste, schwarze Litze führt keinen Strom.

Wir haben eine Zeitlang das Netz so modifiziert, dass die untere Hälfte keinen Strom führte, damit die Katzen bei zufälliger Berührung keinen Schlag erhielten. Indy hat das Netz über zwei Monate konsequent getestet und festgestellt, dass im unteren Bereich keine Gefahr droht. Dann hat er sich durch die etwa 6cm weiten Maschen gezwängt und ist entkommen (dauerte keine 5 Sekunden!). Jetzt haben wir das Netz wieder über die gesamte Höhe elektrifiziert.

Verkabelung durchführen

Die Anschlußschrauben an Weidezaungerät und Blitzschutz sind entsprechend gekennzeichnet, Anleitungen des Hersteller liegen bei. Alle Kabel sind gegen Beschädigungen geschützt zu verlegen. Das Erdungskabel, das vom Erdungspfahl im Rasen herüber führt, sollte man etwa 10cm tief eingraben, damit es beim Rasenmähen/Kantenschneiden nicht verletzt wird.

 

 

 

 

Der Hochspannungsanschluß des Elektronetzes erfolgt am einfachsten mit einem Spezialkabel (siehe Materialliste) durch eine herzförmige Drahtklammer, welche auf die oberste waagrechte Litze des Elektronetzes aufgesteckt wird.

 

 

Nach Durchführung der Verkabelung ist an gut sichtbarer Stelle ein Warnschild anzubringen, dass Passanten warnt. Dies ist gesetzliche Vorschrift. Ich empfehle, auch die betroffenen Nachbarn einzuweihen, die freuen sich nämlich kaum, wenn sie über den Gartenzaun fassen und elektrisiert werden.

Sichtprüfung der Verkabelung

Nach Verkabelung der Komponenten sollte man jedes einzelne Kabel nochmals nach Plan überprüfen und alle Verbindungen festziehen. Fehler können zu einem Kurzschluß und damit zum Fehlen der gewünschten Wirkung führen.

Inbetriebnahme und Test

 

Ist alles fehlerfrei verkabelt, dann kann man den Netzstecker des Weidezaungerätes in die Steckdose stecken. Das Weidezaungerät erzeugt in der Sekunde etwa zwei Hochspannungsimpulse, welche durch ein Sichtfenster mit Leuchtdiode am Weidezaungerät angezeigt werden. Bei jedem Impuls hört man im Weidezaungerät ein knackendes Geräusch, welches die Funktion ebenfalls signalisiert.

Jetzt muss man nur noch herausfinden, ob auch auf dem Elektronetz Hochspannung anliegt. Da man dies seinen Katzen zumutet, sollte man auch selbst an das Netz greifen. Ich bin der Meinung, dass wir "Dosis" den Schmerz selbst erleben sollen. Wenn es weh tut, dann ist alles in Ordnung! Gummisohlen sind hinderlich, barfuß ist optimal (ich bin Masochist).

Wer nicht selbst hinfassen möchte, kann auch einen Weidezaunprüfer für unter 10 EUR verwenden. Die Anwendung ist im Artikel "Laufende Prüfung und Wartung des Elektronetzes" beschrieben.

Hat man keine Hochspannung am Netz, muss die Verkabelung überprüft/korrigiert werden. Der Erdpfahl sollte in normal feuchter Erde stecken, also eventuell eine Gießkanne Wasser drauf (vorher Strom ausschalten, denn wenn der Wasserstrahl ans Elektronetz kommt...). Geht immer noch nichts, dann prüfen, ob an der Steckdose überhaupt 220 Volt anliegen - man kann mal kurze eine Lampe anstecken und sehen, ob sie leuchtet. Wir haben eine schaltbare Steckdose und so hatte ich erst einmal kein Erfolgserlebnis, bis ich den Schalter umgelegt hatte. Es kann auch der Weidezaungenerator defekt sein, aber dies ist bei fabrikneuen Geräten sehr unwahrscheinlich.