Vorbereitung

Nachdem die Hardware beschafft und, wie im vorhergehenden Dokument beschrieben, zusammengebaut wurde, kann der Raspberry Pi jetzt in Betrieb genommen werden. Noch ein letzter Check:

  • Prüfung der Verkabelung: Tastatur, Maus, LAN-Kabel, HDMI-Monitor und Stromversorgung
  • SD-Karte mit Image in den Pi einstecken
  • Monitor einschalten
  • USB-Steckernetzteil am Pi einstecken (USB-Micro-Stecker)

Raspberry Pi 2 Verkabelung

Der Rechner beginnt jetzt seinen Bootvorgang.

 

Bootvorgang und Erstkonfiguration

Der Bootvorgang dauert etwa 2 Minuten, auf dem Monitor sind viele Textmeldungen zu sehen:

Bootvorgang

Beim ersten Login (User: pi, Passwort: raspberry) wird automatisch das Konfigurationsprogramm raspi-config gestartet, das ohne Linux-Kenntnisse eine schnelle und sichere Konfiguration des Pi gestattet:

raspi-config

Mit Hilfe dieses Skripts kann ein Linux-Neuling die wichtigsten Konfigurationen ohne große Grundkenntnisse vornehmen. Später kann man diese Einstellungen auch direkt mit Linux-Kommandos vornehmen. Hier sind die Einstellungen für HomeAutomation 2.0:

  • Expand Filesystem: Das Image wird an die verwendete SD-Card angepasst
  • Enable Boot to Desktop/Scratch >> Console Text Console (Default)
  • Internationalisation Options >> Change Locale >> de_DE.UTF-8 UTF-8
    Internationalisation Options >> Change Locale >> en_EN.UTF-8 UTF-8
    Default Locale >> en_EN.UTF-8 UTF-8
  • Internationalisation Options >> Change Timezone >> Europe >> Berlin
  • Internationalisation Options >> Change Keyboard Layout >> Generic 105 Key (Intl) PC >> German-German (Eliminate Dead Keys) >> The Default for the Keayboard Layout >> Compose Key: Left Logo Key >> Use Ctrl+Alt+Backspace to terminate the X Server
  • Overclock >> Medium 900MHz
  • Hostname >> OPENHAB
  • Memory Split >> 16MB (wir benötigen keine Grafik)
  • SSH >> Enable

Jetzt wird ein Reboot durchgeführt, damit alle Änderungen wirksam werden. Bei den nachfolgenden Reboots wird raspi-config nicht mehr angezeigt, kann aber jederzeit über

sudo raspi-config

wieder aufgerufen werden.

 

Arbeiten mit der Konsole

Nach Abschluß der Konfiguration wird bei den folgenden Boots nach der Anmeldung die Konsole angezeigt. Man meldet sich mit dem voreingestellten Benutzer an Raspbian an:

  • Login: pi
  • Password: raspberry

Konsole

Der Kommando-Prompt ist das Zeichen, dass der Benutzer Eingaben vornehmen kann:

Prompt

Der Prompt besteht aus mehreren Teilen:

pi Angemeldeter Benutzername
@ "At", Begrenzung zwischen Benutzer und Hostname
OHAB Hostname des Pi im Netzwerk
~ Homeverzeichnis des Users (Abkürzung): entspricht /home/pi
$ Promptbegrenzung

Der grüne Block ist die Schreibmarke. Nach Eingabe eines Befehls ist die <Return>-Taste zu drücken.

 

Weitere Konfiguration

Upgrade

Bevor weitere Aktionen durchgeführt werden, sind das Betriebssystem und seine Bestandteile auf den neuesten Stand zu bringen:

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade

Jetzt muss noch die über DHCP erhaltene IP-Adresse herausgefunden werden, welche man für den späteren Betrieb der Terminalsoftware PuTTY benötigt:

ifconfig

Jetzt ist der SSH-Dienst bereit. Ab sofort kann man über das Netzwerk auf den Raspberry Pi zugreifen, z.B. mit PuTTY von einem PC aus. Damit ist die Einrichtung des Raspberry Pi beendet und man kann damit arbeiten. In einem Folgedokument gibt es eine Liste von Linux-Kommandos als erster Anhaltspunkt für Eure weitere Arbeit.

ifconfig

 

Statische IP-Adresse vergeben

Für einen Betrieb als Web- oder Kamera-Server sollte man immer eine feste IP-Adresse für das LAN einstellen. Der Raspberry ist mit dem Wheezy-Image auf DHCP für Ethernet und WLAN eingestellt, d.h. der DSL-Router liefert eine IP-Adresse, welche sich theoretisch bei jedem Reboot ändern kann. Mit dem Befehl

ifconfig

kann die Einstellung des Pi angesehen werden (Adapter eth0):

BILD

Die Adresse kann durch editieren der Datei

sudo nano /etc/network/interfaces

geändert werden. Der Eintrag

iface eth0 inet dhcp

wird ersetzt durch den Eintrag für eine statische IP-Adresse:

iface eth0 inet static
address 10.0.0.10
netmask 255.255.0.0
gateway 10.0.0.253

Für die Adresse, Netzwerkmaske und den Gateway müsst Ihr die Werte eures eigenen LAN eingeben. Die Änderung werden im nano über <ctrl>O und <ctrl>X gespeichert. Anschliessend noch ein Reboot

sudo reboot

Nach dem Reboot kann mit

ifconfig

geprüft werden, ob die Änderungen erfolgreich waren:

Neue IP-Adresse

 

Benutzer "pi" umbenennen (Optional)

Um das Hacken des Systems zu erschweren, sollte der Benutzer "pi" umbenannt werden. Dies funktioniert nur, wenn man nicht als Benutzer "pi" angemeldet ist. Der vorhandene Account "root" wird deshalb für diese Aktion benötigt.

sudo passwd root

Anschließend alle Benutzer am Raspberry abmelden und sich dann als Root-Benutzer mit dem eben eingerichteten Passwort wieder anmelden. Jetzt wird der Benutzer, sein Home-Verzeichnis und seine Rechte geändert:

usermod -l <newname> -d /home/<newname> -m pi


Die Gruppe, welche dem Benutzernamen entspricht, muss ebenfalls angepasst werden:

groupmod -n <newname> pi

Jetzt wird der Benutzer "root" wiedert deaktiviert:

passwd -l root

Nun sollte es keine Einträge mehr mit dem alten user "pi" geben:

more /etc/passwd
more /etc/group

Jetzt kann man sich als "root" abmelden und als der neu umbenannte User wieder anmelden.

 

Infos

Konfigurieren von "apt", automatisch alle Fragen mit "Yes" beantworten

sudo apt-get upgrade -y

Debian Handbuch für Administratoren: http://debian-handbook.info/