Der von ELV angebotene Kombisensor KS300-4 ist als Bausatz für 69,95€ zu haben. Er mißt Temperatur, Luftfeuchte, Regenmenge und Windgeschwindigkeit. Zusätzlich hat er einen Sensor, welcher beginnenden Regen erkennt (nicht sehr zuverlässig...). Der Sensor sendet seine Messwerte per Funk (868,35 MHz), er verwendet ein nicht offengelegtes Protokoll von ELV. Statt sich mühevoll mit der Protokollentschlüsselung auseinanderzusetzen, können die Daten mit einer ELV-Baugruppe FS20WUE für 14,95€ empfangen und dekodiert werden. Dies ist in einem eigenen Artikel beschrieben. Der Zusammenbau ist einfach, erfordert aber Vorsicht (z.B. beim Reedkontakt). Mit den angegebenen 2 Stunden Bauzeit kommt man aus.

Edelstahlmast

 

 

Die Instrumente sitzen auf einem gebogenen, stabilen Kunststoffbügel. Der mitgelieferte Mast hat ein Höhe von 2m und ist an einem Ende gequetscht und sauber verschweißt, damit man ihn leicht ins Erdreich stecken kann. Alle Rohre sind aus rostfreiem Edelstahl. Auf den Zapfen des Bügels sind erhabene Kunststoffstreifen angespritzt, damit das Rohr streng aufgeschoben werden kann. Diese sind etwas zu hoch, mit einem Schleifklotz kann man sie aufs richtige Maß bringen. Zwischendurch immer wieder die Rohre aufstecken, damit man nicht zu viel wegschleift.

Windsensor KS300

 

 

 

Der Windsensor ist das zentrale Bauteil, welches die Elektronik und Batterien enthält. Alle Kunststoffteile sind sauber gespritzt und nicht verzogen - 1A! Die Elektronik ist fertig aufgebaut und auch der Reedkontakt für die Windgeschwindigkeit ist bereits angelötet. Die Elektronik ist mit einem Wasserschutzlack beschichtet. Der Reedkontakt ist mit großer Vorsicht zu behandeln, das Nachbiegen der Anschlüsse ist nicht erlaubt, weil sonst der Glaskörper bricht.

Bauteile Regenmesser

 

 

 

Der Zusammenbau beginnt mit dem Regenmesser, da sein Verbindungskabel später in der Messeinheit angeschlossen werden muss. Das rechts unten zu sehende Elektronikteil ist von ELV bereits fertig verkabelt.

Kabel der Wippe

 

 

 

Im Bild rechts unten sind zwei Messingspitzen zu sehen, die in engem Abstand zueinander stehen. Die ist die Regen-Soforterkennung. Fällt ein Tropfen durch den Trichter auf die Spitzen, schliesst er einen Stromkreis und der Prozessor meldet Regen. Funktioniert in der Praxis nicht so gut.

Ansicht Regensensor

 

 

 

 

 

 

Die Wippe wird mit einem Permanentmagnet ausgestattet (fest eindrücken, Polung egal) und ins Unterteil eingesetzt. Das Elektronikteil wird dann aufgesteckt. Links und rechts im Bild sind wieder die goldfarbenen Bolzen der Regen-Soforterkennung zu sehen. Mit dem Finger ist die Wippe ein paarmal zu bewegen, sie muss leichtgängig sein.

Ansicht Regensensor

 

 

 

 

 

 

Ein Blick von oben auf den Regenmesser. Das schwarze Kabel muss in einem Bogen verlegt sein, damit man das Oberteil noch abnehmen kann (z.B. für Wartung/Fehlersuche). Die Einheit wird auf das Rohrstück des Instrumententrägers stramm aufgeschoben (Schleifpapier für die Kunststoffstege nicht vergessen).

Heizwiderstände im Regenmesser

 

 

 

Nach etlichen Versuchen wurde die optimal Konfiguration gefunden: sechs Widerstände 10 W mit jeweils 10 Ohm. Jeweils drei Widerstände werden seriell verbunden und die beiden Ketten dann parallel geschaltet. Das ergibt einen Widerstand von 15 Ohm. Entsprechen fliessen bei 12V dann 0,8A (9,6W).

Zuerst sind die Widerstände mit Kupferdraht zu verlöten und durch Verbiegen an den Regentrichter anzulegen. SIe sollen möglichst plan aufliegen, damit eine gute Wäremübertragung an den Kunststoff stattfindet.

Heizwiderstände im Regenmesser angeklebt

 

 

 

Die Widerstände werden mit Zweikomponentenkleber am Regentrichter angeklebt (vorher Kunststoff aufrauhen und entfetten). Nach dem Durchhärten werden die Anschlusskabel sauber verlegt und alles dick mit Heißkleber abgeschlossen. Dies dient der Fixierung der Elemente und isoliert von Feuchtigkeit.

KTY87-110

 

 

 

 

Der Temperatursensor KTY87 wird mit etwa 2m langen Anschlußlitzen verlötet. Die Schrumpfschläuche isolieren den Anschluß. Die Polung des Sensors ist egal.

KTY87 einkleben

 

 

 

Der Sensor wird mit Zweikomponentenkleber auf der Wippenbrücke eingeklebt. Darauf achten, dass der Kleber den gesammten Sensor umschließt, damit die Feuchtigkeit keine Chance hat. Bevor die Kabel nach verlegt werden, ist das Metallrohr des Bügels in den Regenmesser einzupressen. Achtung: Vorher die äussere Abdeckhaube aufs Rohr aufschieben, sonst baut man alles wieder auseinander!

Heizwiderstandskabel einfädeln

 

 

 

Das Sensorkabel und das Heizungskabel werden mit einer kleinen Schlaufe verlegt. Im Gehäuse sind ausreichend Löcher für das Durchfädeln der zusätzlichen Kabel vorhanden. Alle Kabel laufen im Mittelrohr nach draussen.

Kabel einfädeln

 

 

 

Noch ein Blick auf die Verkabelung, bevor die Abdeckhaube aufgeschoben wird. Darauf achten, dass die Wippe leichtgängig ist.

Regensensor

 

 

 

 

 

 

Der Trichter wird aufgesetzt und das Unterteil hochgeschoben. Beide Teile halten durch Drehung über einen Bajonettverschluß.

Das Siebgitter des Regentrichters

 

 

 

Im Trichter ist ein eingespritztes Sieb zu sehen, dass den Sensor vor groben Verschmutzungen schützt.

Elektronik KS300 Die fertig eingebaute Elektronik. Das Kabel, welches vom Regenmesser kommt ist in einem Kunststofflabyrinth verlegt. Der Reedkontakt (rechts im Bild) wurde mit Heißkleber befestigt und abgedichtet. Beim Biegen der schwarzen Anschlussdrähte muss man sehr aufpassen. Tipp: Reedkontakt zuerst dich mit Heißkleber befestigen und nach Erkalten die Drähte biegen.
Elektronik KS300

 

 

Auf dem schmalen Platinenteil sitzt der runde weiße Sensor für Temperatur und Feuchtigkeit. In der Bauanleitung sieht man ein Bild mit "abgenommener Schutzkappe". Achtung: Die weiße Schutzkappe nicht abnehmen, sonst ist der Sensor defekt! Einfach so belassen, wie der Sensor geliefert wird.

Kabel am CPU-Board

Bevor die Kabel an der Platine angelötet werden, muss die äussere Abdeckungshülse aufs Trägerrohr aufgeschoben werden, sonst baut amn alles wieder auseinander!

Die Stromversorgung erfolgt über das Netzteil der WeatherStation. Hierzu wird ein langes Kabel angelötet (weiß = +4,5V, schwarz = GND). Auf der KS300-Platine sitzt ein 3V-Spannungsregler, der mit bis zu 24V versorgt werden darf. Das Kabel kann dünn sein, weil die Elektronik kaum Leistung verbraucht. Die Batteriekontakte kann man weglassen, sie werden nicht benötigt. Das Anschlußkabel wird an der Schraubklemme K13 der WeatherStation angeklemmt.

Kabel am CPU-Board

 

 

 

Die Sensoranschlüsse des Regenmessers werden nach Anleitung an die Pads gelötet. Aufpassen, dass keine Brücken entstehen!

Kabel im Temperatursensor

 

 

 

 

 

Das Stromversorgungskabel wird ebenfalls ins Stahlrohr verlegt.

Der fertiggestellte Sensor

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem die beiden Halbschalen zusammengeschraubt wurden, werden die 3 Schirme angebracht und die Sensoreinheit auf dem kurzen Mastteil aufgesteckt. Auch hier muss man wieder mit dem Schleifpapier die Einpressstege abschleifen, damit das Rohr aufzuschieben ist. Das Anbringern der Anemometerschalen ist dann der letzte Schritt.

KS300 Funksensor von ELV

 

 

 

 

 

Der fertig zusammen gebaute Kombisensor steht für einen ersten Funktionstest im Garten. Der linke Zylinder ist der Regenmesser (Wippenprinzip), der rechte Zylinder ist für Temperatur, Feuchte und Windgeschwindigkeit zuständig und beinhaltet die Elektronik.

Bei Verwendung des FS20WUE an der WeatherStation ist keine Synchronisation erforderlich, welche der Sensor nach dem Einschalten automatisch durchführt. Hierbei sendet er mehrere Minuten lang viele Datenpakete.